Hafenstraße: Jugendliche restaurieren RWE-Historie
13.03.2017 - 10:22 Uhr
Schon jetzt führt der Zeitstrahl „Kleine Gruga“ auf dem Weg zum Stadion Essen mit mehreren Exponaten durch ein Stück rot-weisser Geschichte. Bald wird die Komposition durch ein neues Element ergänzt: Im Auftrag der GMS-Initiative und gefördert durch eine Spende der Sparkasse Essen haben Metallbau-Auszubildende in den Hallen der Jugendberufshilfe Essen (JBH) eine Gemäldewand aus dem alten RWE-Stadion renoviert und für den Heimweg an die Hafenstraße vorbereitet.

Perfekt in Szene gesetzt: Metallbau-Azubis der Jugendberufshilfe Essen besorgten den richtigen Rahmen fürs Wandgemälde aus dem Georg-Melches-Stadion. Foto: Müller/JHE

Künstler unbekannt! Ursprünglich gezeichnet wurde das Gemälde 1957, modernisiert im Jahr 1982. Foto: GMS-Ini

„Wir konservieren und restaurieren Requisiten des alten Stadions und gehen entlang der Einfahrt zur Hafenstraße chronologisch durch die Jahre“, erklärt Detlev Jaritz, Mitgründer der GMS-Initiative, das Konzept der Kleinen Gruga. Bisher begleiteten hier unter anderem der Förderwagen der letzten Schicht der Steinkohlezeche Emil-Fritz, Fritz Petschs Statue Kurze Fuffzehn sowie der Schriftzug der alten Haupttribüne Fußballfans auf ihrem Weg zu Partien des Bergeborbecker Traditionsklubs.
Das schmucke Wandgemälde – ehemals nahe der Mannschaftskabinen und der Geschäftsstellenräume zu finden – wartet nun seit über drei Jahren auf seinen großen Auftritt.

Gezeichnet wurde die Illustration 1957 im Rahmen des 50-jährigen Vereinsbestehens, im Jahr 1982 zum 75. Geburtstag wurde das schmucke Stück noch einmal modernisiert. Den ursprünglichen Künstler konnte die GMS-Initiative trotz Mithilfe des RWE-Vereinsarchivars Uwe Wick bisher nicht feststellen. Jaritz und seine Mitstreiter sicherten anfangs das gesamte Bild in voller Größe, aber durch Herausnehmen, Zwischenlagerung und Transport blieb nur ein kleiner Teil übrig: „Ich bin froh, dass wir es überhaupt so erhalten konnten“, kommentiert der ehemalige Geschäftstellenleiter. Allein das kleine Fragment der Wand bringt immerhin knapp 800 Kilo auf die Waage!

Aluminium-Blendrahmen und Makrolon-Frontscheibe
Keine leichte Aufgabe also für die Metallbau-Azubis der Jugendhilfe Essen, die gemeinsam mit Malern und Lackierern schon den Georg-Melches-Schriftzug restauriert hatten, aber nicht nur deshalb erste Wahl waren: Jaritz kennt die Jugendberufshilfe noch als ehemaliger Verantwortlicher für das Rot-Weiss-Merchandising. In Kooperation mit den Essener Chancen wird auch das Lager des RWE-Fanshops von JBH-Auszubildenden verwaltet.
Die Metallbau-Azubis Sebastian Chleborad, Marcel Eicke und Dennis Laskowska mussten unter Anleitung des Jugendberufshilfe-Ausbilders Thomas Hegemann ihr ganzes Können an den Tag legen. Im ersten Schritt haben sie den Zuschnitt für den Rahmen getätigt, das Blech geschweißt und danach die Verschraubungen eingedreht. 20 Zentimeter tief liegt das Betonstück im feuerverzinkten Metall, das hinterher mit Gießharz ausgegossen wurde. Dank des Harzes erstrahlen die Farben des Kunstwerks nun in neuer Pracht, der Aluminium-Blendrahmen setzt die RWE-Kicker perfekt in Szene und die klare Makrolon-Frontscheibe schützt nicht nur vor Wind und Wetter, sondern konserviert das Gemälde sogar durch UV-Stabilität.
Einen Monat Zeit hatten die Auszubildenden für die Instandsetzung, knapp eine Arbeitswoche notieren die Metaller auf dem Stundenzettel. „Es ist eine schöne Sache, dass wir durch diese Restaurierung ein Projekt realisiert haben, in dem die Jugendlichen die Gelegenheit hatten, etwas zeitgeschichtliches zu machen“, findet RWE-Geschichtsfan Jaritz. Das Wandgemälde soll im Sommer auf dem Saisoneröffnungsfest von Rot-Weiss Essen im großen Rahmen der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Doch schon jetzt kann man sich auf weitere Ergänzungen freuen: „Wir haben noch mehr in petto“, zwinkert Initiativen-Mitgründer Jaritz.

Hier geht's zur Internetseite der Metallbau-Ausbildung bei der Jugendberufshilfe Essen.

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